Lebensrettung verbessert

Dass Wendelstein allzu oft in einem Rettungsloch liegt, wussten wir schon lange. Mit der Größe einer mittleren Kreisstadt (16000 Einwohner), der Autobahnnähe, den Seniorenwohnheimen, den großen Gewerbegebieten und der nordöstlichsten Lage im Rettungszweckverband wurde schon früh der Wunsch nach einer eigenen Rettungswache in Wendelstein laut.

So plante man bereits 1982 auf dem Gelände der jetzigen Stützpunkt-Feuerwehr in Wendelstein einen Standort für eine eventuelle Rettungswache. Obwohl sehr häufig die Rettungsfristen von 12 min. überschritten wurden, liegt das Ziel eine eigene Wache zu bekommen immer noch in weiter Ferne. Helfer vor Ort (HvO) 1995 und 1996 häuften sich schließlich die Überschreitungen der Rettungsfristen bei Notfällen so eklatant (vereinzelt bis zu 47 Minuten von der Alarmierung bis zum Eintreffen des Rettungswagens), dass sich die CSU Wendelstein dazu entschloss, die Gründung eines eigenen Ersthelferdienstes nach dem amerikanischen „First Responder-Modell“ voranzutreiben. Unter „First Responder“ oder Helfer-vor-Ort versteht man ausgebildete ehrenamtliche Helfer, die bis zum Eintreffen des Notarztes und des Rettungswagens wertvolle lebensrettende Maßnahmen leisten. Marktgemeinderat Werner Langhans war damals engagierter und streitbarer Mitinitiator. Er gründete zusammen mit dem damaligen Ortsbeauftragten der Malteser Schwabach, Roland Gössnitzer, diesen „ehrenamtlichen Rettungsdienst“ für Wendelstein. Zur Gründungsversammlung am 15.12.1997 waren zahlreiche Interessenten und Helfer erschienen. Darunter ansässige Ärzte, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und solche, die es noch werden wollten. Oliver Lessner wurde Ortsbeauftragter und leitet seitdem den Helfer-vor-Ort-Dienst in Wendelstein. Am 05.02.1999 wurde dann der erste Einsatz für Wendelstein gefahren.

Seitdem alsolviert der HvO-Dienst ca. 350 Einsätze pro Jahr (meist an den Wochenenden), darunter etwa 20 Reanimationen. Nachdem die Unterstützung durch den Markt Wendelstein zunächst etwas kärglich ausfiel, ist nun durch einen einstimmigen Beschluß des Marktgemeinderates der Weg zum Bau eines eigenen „Helfer-vor-Ort“-Heimes durch die Malteser geebnet. Der jahrelange Kampf hat sich gelohnt! Dank an alle, die sich dieser ehrenvollen Sache für uns Wendelsteiner/innen verschrieben haben und weiterhin verschreiben werden!

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